Viper
Weder Porsche noch Ferrari sollten gegen dieses Auto eine Chance haben, nicht einmal der Chevrolet Corvette. Dies war die Zielsetzung für den Sportwagen der 90er Jahre aus den USA. Als Designstudie und Zukunftsvision wurde der Viper 1989 erstmals zur Autoausstellung in Detroit vorgestellt.

Für Chrysler, das Mutterunternehmen von Dodge, entwickelte kein geringerer als Caroll Shelby diesen Sportwagen. Die Rennfahrerlegende Shelby entwarf in den 60ern die AC Cobra und den Mustang Super Snake. Die ungewöhnlich hohe positive Resonanz auf das Fahrzeug veranlasste Chrysler den Wagen sofort umzusetzen.

1990 ging der Roadster in Serie. In den USA wurde der Wagen unter den Markennamen „Dodge“ vertrieben. In Europa wurde er als Chrysler vermarktet.

Chrysler-Chef Lee Iarocca wollte die amerikanische Antwort auf Porsche und Ferrari. So überliess er nichts dem Zufall. Gedanken über einen Motor von Chrysler wurden überworfen. Diese waren für das angedachte Leistungspotential zu klein. Man bediente sich eines V10-Triebwerks von Dodge. Dieser Motor fand in Lastwagen Verwendung. Das Aggregat war zwar leistungsstark, jedoch groß, schwer und technisch nicht besonders modern. Die Lösung: Lamborghini gehörte damals dem Konzernriesen Chrysler. Die Italiener bekamen den Auftrag, den Basismotor auf Sportwagen-Niveau zu bringen. Gesagt, getan...

Motorblock und Zylinderköpfe wurden, anstatt bisher aus Gusseisen, in Aluminium nachgefertigt. Der V10 leistetet 406 PS und 610 Nm bei 3600 U/min. Im ersten Gang erreichte die Viper bereits 100 km/h in nur 4,2 Sekunden. Eine Spitzengeschwindigkeit von 285 km/h war garantiert. Die Karosserie wurde aus Kunststoff in einem speziellen Druck-Wärme-Press-Verfahren gefertigt. Leider machte das die Aufbauteile einer Viper sehr teuer. Brauchte man beispielsweise eine neue Motorhaube, konnte man sich für entsprechende Kosten auch einen Kleinwagen anschaffen.

1993 stellte Chrysler auf der Motorshow in Los Angeles mit dem GTS ein Viper-Coupè vor. Die Coupè- Version hatte 50 PS mehr Leistung, war windschlüpfriger und leichter. Ab 1996 war der GTS als Serienfahrzeug zu haben. In der Zwischenzeit wurde der Roadster weiter leistungsgesteigert. Dem Venom mit 550 PS folgte 1997 der Venom 600 mit nicht weniger als 635 PS. Chrysler war für weiter Überraschungen gut. Auf der Messe in Detroit wurde 2000 mit der Viper GTS/R eine neue Konzeptstudie für die Saison 2003 vorgestellt. Sie war 18 mm kürzer und auch leichter als die aktuelle Version, hatte aber einen 66 mm längeren Radstand. Der Hubraum des V10 wurde auf 8,3 Liter erhöht.

Eine Studie war der Ausgangspunkt der ursprünglichen Viper und so ist es angemessen, dass die nächste Generation auf ihr basiert. Die GTS/R, die auf der Detroit Motor Show 2000 vorgestellt wurde, geht aus dem Sportcoupè hervor, die Chrysler seit 1994 in Le Mans an den Start schickte.