Shelby Cobra
Caroll Shelby, der legendäre Rennfahrer aus Texas, hatte seine eigene Vorstellung von einem Sportwagen. Er sollte die Vorzüge europäischer Sportwagen mit einem hubraumstarken amerikanischen Motor vereinen. Shelby wusste um die besseren Fahrleistungen europäischer Fahrzeuge. 1959 fuhr er für Aston Martin auf einem DBR1 den Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans ein. Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen waren in Europa damals bereits Standard. Die amerikanischen Fahrzeuge hatten zwar einen großen leistungsstarken Motor, aber kein gutes dynamisches Fahrverhalten.

Shelby trat an den britischen Hersteller AC Ace heran. Seit 1954 bauten AC Ace einen offenen Zweisitzer mit Rohrrahmen und Einzelradaufhängung und 2-Liter-Bristol-Motor. Er wollte die AC-Linkslenker in England ab Werk ohne Antriebseinheit kaufen, nach Kalifornien verschiffen und dort mit einem 4,2 Liter-Ford-Motor versehen. Der Wagen sollte dann als AC Shelby-Cobra angeboten werden. Der britische Hersteller stimmte zu.

Im Herbst 1962 wurde der erste AC-Shelby fertiggestellt und verkauft. Nach 75 gebauten Exemplaren wurde der Motor gegen ein 4,7 Liter Aggregat ersetzt. Damit erreichte der MarkII seiner Zeit beeindruckende 222 km/h. Allerdings wurden durch diesen Leistungszuwachs die Grenzen der Radaufhängung deutlich. In Zusammenarbeit mit Ford wurde ein technisch aufgewertetes Modell, der MarkIII, initiiert. Der Wagen bekam einen breiteren Rahmen, Einzelradaufhängung an Dreieckslenkern mit Schraubfedern rundum und einen 6,9-l-V8-Motor. Die Halibrand- Aluminiumfelgen erforderten Verbreiterungen der Radläufe. Shelby-Cobra – das war sein neuer Name – schaffte eine Spitzengeschwindigkeit von 265 km/h.

Die Massenproduktion vom Cobra war die eine Sache, Shelby hatte aber auch weitgehende Pläne für den Einsatz bei Rennveranstaltungen. In den USA waren seine Cobras Sieger-Garanten. Diese großen Erfolge spornten Ihn an, seinem höchsten Ziel weiter nach zu eifern. Er wollte Ferrari schlagen - ein großes Vorhaben. Doch hatte die Cobra große Probleme im Bereich der Aerodynamik. Bei Geschwindigkeit jenseits über 240 km/h sind im Renneinsatz Cw-Werte maßgeblich rennentscheidend. Ferrari hatte diese Sorge nicht. Seine Fahrzeuge erreichten damals schon beachtlich niedrige Cw-Werte. Shelby verstand, dass sein Wagen einen noch stärkeren Motor brauchte, um die schlechte Aerodynamik der Karosserie zu kompensieren. Fords 7-Liter-Motor, der in der Standardversion 400 PS lieferte, schien der Richtige zu sein. Entsprechend leistungsgesteigert konnte er sogar 600 – 700 PS leisten. Für einen so starken Motor wäre jedoch das Fahrwerk zu schwach. Mit Hilfe von Fords Ingenieren wurde ein neues Chassis konstruiert, welches dreimal stärker als das vom alten Modell 289 war.

Das neue Modell bekam die Bezeichnung 427, passend zur Höhe der in den USA angegeben Einheit des Hubraums- Inches. Breitere Kotflügel und breitere Reifen verliehen ein aggressiveres Äußeres. Es gab mehrere Versionen des Modells. In der Grundversion hatte er einen 425 PS- Motor. Das letzte Exemplar dieses Modells verlies am 01. Dezember 1966 die Fabrik. Vom 427er Modell wurden insgesamt 356 Stück und vom 289er Modell 560 Stück gebaut.

1965 erfüllte sich letztendlich doch der Traum von Caroll Shelby. Seine Wagen gewannen in diesem Jahr die Rennen von Daytona, Sebring, Monza, Reims und vom Nürburgring. Damit gewann Shelby endlich den begehrten WM-Titel. Der „fliegende Ziegelstein“ schlug also doch den Ferrari.